2015: HH-Hafencity (Kühne Universität)

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Die Hamburger Bilder sind sowohl großformatige und farbdominierte Leinwand-Werke als auch kleine gerahmte Papierzeichnungen. Letztere sind als Collagen auf Kopien von gemalten Hamburger Hauptkirchen gefertigt. Die Fremddarstellung von bis zu 600 Jahre alten Kirchen ermöglicht die Integration von Eindrücken anderer Menschen. Mich fasziniert der Gedanke, dass die Kirchgebäude eine Vielzahl von Generationen beherbergt haben, die immer wieder ähnliche Gefühle, Gedanken und Hoffnungen in die Räume getragen haben. Vielleicht auch auf Grund dieser Eigenschaft haben sie sich zum architektonischen Rückgrat der Stadt erhoben, um das eine sich stetig wandelnde Umwelt gewachsen ist. Sie bieten Trittfestigkeit auf einem Weg durch unsere Stadt. Wie eine Lasur habe ich meine persönlichen Geschichten, die mich mit Hamburg verbinden, über diese Architektur-Zeichnungen gelegt. Sie erzählen von Menschen und Momenten oder von Gegenständen und Gebäuden – immer jedoch von meiner emotionalen Bindung. Jeder Betrachter wird in den Versuch eingebunden, die unvollständige Momentaufnahme einer millionenfach wahrgenommenen Stadt zu erzeugen. Wir steigern die Mindesthaltbarkeit unserer Geschichten, indem wir sie uns „erzählen“ – als gemeinsames Bild leben lassen. An den größeren Leinwänden wurde mittels roter und blauer Variationen versucht dem Betrachter mehr Raum zur Projektion zu bieten. Trotzdem hält die gemeinsame Klammer auch diese Bilder – sehr deutlich an der Darstellung meines Geburtshauses im Bild „Wiege bei Nacht“ erkennbar.“

2014: Jesteburg (St.-Martins-Kirche)

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Viele widersprüchliche Haltungen und Lebensfragen fallen uns bereits vor dem Frühstück vor die Füße: Wo kann ich mich waschen? Ist mein Auto lebendiger als ich? Sollte ich im Garten ein Steuerschlupfloch graben? Wir suchen nach Antworten und schaffen auf halber Strecke nur den Weg zu neuen Fragen – das ist das Wesen des Glaubens. Das Grundkonzept der Bilder für die Jesteburger St.-Martins-Kirche findet sich in jedem der sechs Einzelbilder wieder: Ein an den Bildenden entstehendes Farbfeld mündet in der Bildmitte zu einem gegenständlichen Kontraststreifen. Dieser ist Ausdruck des menschlichen Handlungsraumes inmitten undefinierbarer Kraftpole – scheinbarer Lebens-Widersprüche. Diese auf uns wirkenden Kräfte, z.B. „Lüge und Wahrheit“ oder „Leben und Tod“, sind aus menschlicher Perspektive nicht abschließend definierbar. Durch Einsatz reiner Farbflächen soll diese mangelnde Greifbarkeit unterstrichen werden. In den skizzierten Bildraum werden kleine Miniaturfiguren gesetzt, welche gleichsam Protagonisten und Betrachter der Welt sind, die sie erschaffen haben. Diese Welt nimmt Gegenstand in Form bekannter Architekturen – dem steinernen Ausdruck menschlicher Unvollkommenheiten. Unser Handeln ist zeitabhängig. Unser Handeln prägt die Zeit. Wer ist verantwortlich für unser Handeln? Sind es die anderen oder ich? Es bleibt stets das Dunkel zwischen richtig und falsch; eine Frage im Glauben. Eine Frage im Geist. Es ist schwer auf unserer Bühne, im Schlaglicht der eigenen Eitelkeiten und Nöte, den Spielraum zu begreifen, den wir haben. Wir fühlen ein Feld aus Zwängen und Wünschen und werden zum Spielball unseres Glaubens. Das Erkennen gelebter Widersprüche und Begreifen eigener Schwächen kann als beruhigendes Gefühl einer tiefen Verwandtschaft mit allen Menschen verstanden werden. Man darf das eigene Leben als unvollkommenen Augenblick stetig untersuchen, aber man könnte es auch als doppeldeutiges Augenzwinkern sich selbst überlassen!“

© 2020 by Lasse Johan Heitmann. Created with Wix.com

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